Re: Ramadan - Sultan der 11 Monate
Geschrieben von nour iman am 05. November 2005 18:42:17:
Als Antwort auf: Ramadan - Sultan der 11 Monate geschrieben von Cemil Kaya Kaya am 05. November 2005 17:49:28:
der friede sei mit dir, lieber bruder im islam,
deine ausfuehrungen waren soweit richtig, ich will jedoch noch einige ergaenzungen dazu bringen.
>>Ahmet: Wem zahlst Du diese Steuer und was geschieht mit diesem Geld?
>CK: Die Steuer kommt den Bedürftigen Zugute - letzten endes immer, auch wenn zuweilen sie indirekt, das heißt durch den Staat, organisierterweise Sozialhilfe bekommen sollten.
ich kann hier nur von meinen erfahrungen berichten. es gibt in deutschland natuerlich keine staatliche institution, welche dafuer zustaendig waere, die zakat einzusammeln und entsprechend beduerftigen zukommen zu lassen. so habe ich nun die wahl, mich selber darum zu kuemmern und zb. obdachlosen geld zu geben oder aber ich gebe das geld einem verein, zb. meinem moscheeverein, der sich dann um die verteilung kuemmert. in meiner moschee wird fuer die zakatul fitr extra eine sammelbox aufgehaengt, in die man das geld hineinwirft. da es in deutschland aber prinzipiell keine hinreichend beduerftigen geben sollte (siehe sozialhilfe), wird das geld dementsprechend auch nicht hier "investiert". natuerlich ist das eine sache des vertrauens, dass das geld dort sinnvoll verwendet wird, wo es noetig ist. ich denke da an die vom erdbeben betroffenen gebiete pakistans. letztlich kann man nie genug geld geben, um alles leid auszuloeschen, aber wenn man einen menschen fuer wenigstens einen tag satt machen oder gesund erhalten konnte, ist das schon ein anfang.
>>Ahmet: Was sollen das für verbotene Dinge sein, die man nur während der Fastenzeit und nicht immer (vor Gott) beachten muss? Gott ist immer und überall. Das man das so macht, muss eine menschliche Interpretation sein. Kannst Du mir das bitte erklären. Ich möchte das verstehen können.
>CK: Sorry, aber, wenn ich nicht wüßte, daß Du Kenntnisse davon hast, würde ich evtl. verstehen, daß die Erwähnung, man solle im Ramadan sich von allen negativen Dingen fernhalten und Positives denken, sagen und tun, den Eindruck erwecken könnte, man dürfe und solle dann den Rest des Jahres sich alles (Negative) erlauben. Dem ist keinesfalls so, wenn man die islamische Lehre generell kennt und weiß, daß man immer gottgefällig leben und handeln soll.
>Der Ramadan bietet hierfür eine besondere und kollektive Gelegenheit, an sich noch gezielter und bewußter zu arbeiten.
genau. ich denke auch, dass ahmet mich etwas falsch verstanden hat. verbotene dinge sind verboten, unabhaengig von der zeit oder heiligen festen. ausnahmen sind selbstverstaendlich notsituationen, dass man also zb. schweinefleisch essen soll, wenn die alternative der hungertod waere.
ich meinte, dass es in der zeit des ramadan besonders wichtig ist, auch die sinnesorgane zu schonen, indem man mehr denn je versucht, zb. werbung mit erotischen inhalten (wie sie ja heutzutage in den strassen grossflaechig praesentiert wird) aus dem wege geht, die gemeinschaft laesternder menschen mehr denn je meidet usw.. das heisst nicht, dass es ausserhalb des ramadan erlaubt waere, nur dass die sensibilitaet fuer solche dinge im ramadan groesser sein sollte. das fasten ist einzig fuer Gott und man soll sich darin nicht von den weltlichen dingen ablenken lassen.
der friede sei mit dir.
nour iman